Ob für einen deutschen Bürger eine Entschuldigung gereicht hätte?

Greta Thunberg in Turin, 13. Dezember 2019

„Das war Schwenglisch“: Greta Thunberg entschuldigt sich für „Politiker-an-die-Wand-stellen“-Spruch

© REUTERS / GUGLIELMO MANGIAPANE

Nach ihrem merkwürdigen Aufruf, Politiker „an die Wand zu stellen“, hat sich die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg nun für die unglückliche Formulierung entschuldigt. Es liege an ihrem „Schwenglisch“: Sie habe einen Spruch aus dem Schwedischen wortwörtlich ins Englische übersetzt.

Im Schwedischen bedeute der Spruch „an die Wand stellen“ (att ställa någon mot väggen) jemanden zur Verantwortung ziehen, schrieb Thunberg am Samstag auf Twitter

„Das passiert, wenn man Reden in einer Zweitsprache improvisiert“, so die junge Schwedin weiter. „Aber natürlich entschuldige ich mich, wenn jemand das missverstanden hat.“ Sie und die ganze Schulstreik-Bewegung seien gegen jede Form von Gewalt.

​Auftritt in Turin

Die 16-jährige Klimaaktivistin aus Schweden hatte am Freitag im italienischen Turin vor ihren Anhängern eine Rede gehalten.  Politische Entscheidungsträger versuchten immer noch, vor ihrer Verantwortung davonzulaufen, sagte sie bei ihrem Auftritt.  „Wir werden dafür sorgen, dass wir sie an die Wand stellen, und sie werden ihre Arbeit tun müssen, um unsere Zukunft zu schützen.“

Diese Worte sorgten für jede Menge Aufregung: Die Formulierung erinnert nämlich an Hinrichtungen.

„Person des Jahres“ 2019

Am Mittwoch hatte das amerikanische Magazin „Time“ Thunberg zur „Person des Jahres“ gekürt. Begründet wurde dies damit, dass Thunberg viel mehr als andere unternommen habe, um die Klimaprobleme in den Mittelpunkt zu rücken.

Am Donnerstag kommentierte US-Präsident Donald Trump die Auszeichnung von Thunberg als „lächerlich“. Die Klimaaktivistin solle stattdessen an ihrem „Aggressionsbewältigungsproblem arbeiten“ und danach mit einem Freund „einen guten, alten Film ansehen“.

ta/gs