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J.Damm

Gefeuert, weil er St. Martin als christliches Fest bezeichnete

 

Immer wieder kurz vor einem der beliebtesten Familienfeste Deutschlands flammt sie auf, die Diskussion um den St.-Martins-Tag: Umbenennen in „Sonne, Mond, Sterne“-Fest, um muslimischen Befindlichkeiten Respekt zu zollen? Laut einer Insa-Studie ist jeder elfte Befragte dafür, es als „Lichterfest“ zu bezeichnen, damit es weniger an den christlichen Glauben gekoppelt ist.

Die Stadt Reidt (Niederkassel) indes schoss jetzt den Vogel ab: Weil sich eine muslimische Mutter aufgrund der Äußerung des Darstellers von St. Martin, dieses Fest sei christlich, ausgegrenzt fühlte, wurde er kurzerhand gefeuert.

Und leitete ganz im Sinne politischer Korrektheit, sprich Unterwerfung unter den Islam, eine Diskussion ein, die auf die Beschwerde der Schwägerin besagter Mutter zurückgeht: Sie hatte den Vorfall, zu dem weder der Bezirkspolizist noch die Schulleiterin, geschweige denn der Ortsring Stellung bezogen hätten, in sozialen Medien angeprangert. Daraufhin überschlug man sich mit Entschuldigungen.

Sebastian Sanders vom Jugendhilfeausschuss empfand laut Generalanzeiger Bonn die Bemerkung St. Martins als „völlig deplatziert“. Für ihn sei es besonders wichtig, die Schulleiterin der Rheidter-Werth-Schule – einer katholischen Grundschule (!) mit Unterricht auf Türkisch zwecks beschleunigter Integration und Erwerbs der deutschen Sprache – aus der Schusslinie zu nehmen. Diese habe den „Übeltäter“ nämlich nicht gekannt, diesen jedoch nach dem Vorfall persönlich zur Rede gestellt. „Die Rheidter-Werth-Schule ist eine gute Schule und zwar für alle Kinder“, fühlte Sanders sich befleißigt zu betonen.

Auch Hermann Koch vom Niederkasseler Kinderschutzbund beeilte sich klarzustellen, man habe „den Ortsring angeschrieben, und der Vorstand hat sich umgehend entschuldigt“. Dies wurde von Markus Thüren, Pressesprecher der Stadt, bestätigt: „Der Verein distanziert sich von den Äußerungen des Sankt Martin“, nicht ohne darauf zu verweisen, dass der Mann nicht aus dem Ort stamme, stattdessen seit mehreren Jahren eigens für den Umzug angemietet werde. „Wir sind froh, dass Menschen aller Religionen und Länder an unseren Veranstaltungen teilnehmen. Hätte jemand von uns den Vorfall mitbekommen, wäre es sicher vor Ort richtiggestellt worden“, so Thüren weiter.

Damit war dem Willen der „Autorin“ offensichtlich Genüge getan – und sie befriedigt. Die „skandalöse antimuslimische“ Äußerung ist vom Tisch, die Offiziellen sind zu Kreuze gekrochen. „Es gab eine öffentliche Entschuldigung, und der Sankt Martin wird nie wieder in Rheidt auf dem Pferd sitzen“, freute sie sich, wenngleich sie angesichts der Reaktionen aus allen möglichen Lagern nicht frei von Angst sei, „mit ungebetenen Gästen konfrontiert werden“ zu können.

 

Sie wird doch wohl nicht den Heiligen Martin der Legende, falls sie sie überhaupt kennt, Urheber des Festes, dazu zählen? Die Reaktionen der Offiziellen dürften ihr Entscheidungshilfe sein… Der dritte Bischof von Tours (Grablegung 11. November 397 n.Chr.): NOCH wird er als St. Martin verehrt, da er einem frierenden Bettler am Tor der französischen Stadt Amiens die Hälfte seines Mantels gab. Dem daraufhin im Traum Christus erschien – gehüllt in eben jene Mantelhälfte. Für den sich, bis dahin noch ungetaufter Römer, das im Matthäus-Evangelium bezeugte Christuswort erfüllte: „Was immer ihr einem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“

Von daher ist der Sankt-Martins-Umzug (am 11. November) ein so unumstößliches, ein so urchristliches Fest, dass die Debatte darum, inzwischen ein Politikum, fassungslos macht. Alle Jahre wieder entscheidet sich die eine oder andere Kindertagesstätte bewusst dafür, diesen Namen aus dem Bewusstsein zu tilgen und stattdessen zum „Fest der Lichter“ oder zum „Laternenfest“ einzuladen, um es bewusst neutral und damit für alle Nationen offenhalten zu wollen.

Ob diese Neutralität demnächst auch durch Entislamisierung des muslimischen Ramadan-Festes hergestellt wird, um die (NOCH vorhandenen) christlichen Kinder nicht zu brüskieren, ist nicht bekannt.

Dafür aber umso mehr, dass bereits im Jahr 2013 Rüdiger Sagel, klar, von der Partei Die Linke (Nordrhein-Westfalen), für Empörung gesorgt hatte, als er aus Rücksicht vor muslimischen Kindern empfahl, den St.-Martins-Umzug in „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ umzubenennen. Man solle ihnen aus Respekt nicht die „christliche Tradition aufdrängen“, wie ihn die Rheinische Post zitiert. Auch in Bochum hatte eine Kita aus Gründen der „Neutralität“ darauf verzichtet, den Umzug von einem verkleideten Martin anführen zu lassen. 2015 sorgte der Heilige vor allem in Düsseldorf für Zündstoff. Ein Kindergarten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bereitete die Kinder bewusst auf das „Lichterfest“ vor. „Weil“, so die Leiterin gegenüber nämlicher Gazette, „wir im Sinne von Integration und Einheit so viele Kinder wie möglich erreichen wollen“.

Religiöse Neutralität zwecks „Integration“? Von WELCHER ist hier die Rede? Der Integration der Christen in die muslimische Welt?

J.Damm