Ja es bleibt dabei 
nach Helmut Schmidt nur noch politischer
Schrott in dieser Partei

J.Damm

Ach nee, SPD!

„Betriebsräte laufen Sturm gegen Kühnert“, schrieb BILD. Er will BMW und Häuslebauer enteignen, durfte trotzdem für die SPD den EU-Wahlkampf eröffnen… (Foto: BILD)

 

Von VERA LENGSFELD*

Kevin nicht allein zu Haus 

 

Die Enteignungsphantasien eines unbedarften Jusochefs, der trotz aller historischen Erfahrung meint, das Heil wieder im Sozialismus suchen zu müssen, sind nicht das Problem. Es ist der erschreckend fruchtbare Boden, auf dem diese Phantasien gediehen sind. Dazu paßt das Brecht-Gedicht über den Menschen, der sich aus den Kriegstrümmern herausarbeitete, schüttelte, sagte: „Nie wieder! Jedenfalls nicht gleich.“

Bei der westlichen Linken galt die sozialistische DDR als das bessere Deutschland, vor allem, weil sie es nicht selbst aushalten musste. Beim gepflegten Rotwein in der Toskana war gut philosophieren, dass die Teilung Deutschlands die gerechte Strafe für die nationalsozialistischen Verbrechen sei. Die Strafe verbüßten ja allein die Ostdeutschen. Über den Mauerfall war man in diesen Kreisen entsetzt. Vor allem angesichts der weltweiten Euphorie, die von der Friedlichen Revolution ausgelöst wurde.

Ein Gutes hatte das Verschwinden des Sozialistischen Lagers für seine Apologeten allerdings dann doch: Sobald die schäbige Realität nicht mehr zu besichtigen war, konnte man ungeprüft behaupten, dass der Sozialismus doch die bessere Alternative sei, er wäre bisher nur noch nicht richtig ausgeführt worden. Die verhungernden Nordkoreaner sind sicher hinter fast undurchdringlichen Grenzen verschlossen … Auf Kuba kann man sich durch die Karibik-Romantik vom Elend der Kubaner ablenken lassen … Das vor unseren Augen scheiternde sozialistische Experiment Venezuela wird verdrängt …

Kevin Kühnert wuchs in einer Umgebung auf, die, verführt von der SED-PDS-Propaganda und ihrer willigen Westhelfer, erst fand, dass nicht alles schlecht gewesen sei in der DDR. Später war das meiste sogar gut. Man hatte zwar den Kampf gegen die Wiedervereinigung verloren, die von den aufmüpfigen DDRlern auf der Straße durchgesetzt worden war, um so mehr war man entschlossen, den Propagandakrieg um die wirklichen und behaupteten Fehler beim Wiederaufbau der Neuen Länder zu gewinnen.

Der entscheidende Fehler …

Bürger zweiter Klasse sollten die Ostdeutschen nun angeblich sein. Von Kolonialisierung war die Rede, von Abbau Ost. Aufbauhelfer wurden gemobbt, Alteigentümer zum Teil zum zweiten Mal enteignet. So wurde die Bodenreform für sakrosankt erklärt. Angeblich hätte es eine Bedingung der Noch-Sowjetunion gegeben, Bodenreformland nicht an die ehemaligen Besitzer zurückzugeben. Auch als Gorbatschow öffentlich dementierte, wurde an dieser Legende festgehalten.

Kürzlich hat SED-Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch die Unverschämtheit besessen, einen Treuhand-Untersuchungsausschuss zu fordern. „Das Treuhand-Trauma ist nicht überwunden“, behauptet er … Was Bartsch wohlweislich verschwieg und der Öffentlichkeit unbekannt ist: Die Treuhand ist keineswegs eine Erfindung von bösen Kapitalisten, sondern wurde von der SED, dem damaligen Noch-Staatschef Hans Modrow, gegründet. Die vergiftete Saat für die in der Tat verhängnisvollen Fehler dieser Anstalt wurde von den SED-Genossen gelegt.

Der entscheidende Fehler war, die SED nicht zu verbieten, sondern ihr unter anderem Namen und mit ihrem zu DDR-Zeiten zusammengerafften Vermögen die Weiterexistenz zu ermöglichen. Wenn es einen Untersuchungsausschuss geben müsste, dann wäre es ein zweiter Untersuchungsausschuss zum verschwundenen DDR-Vermögen. Im Ausschuss, der in der Legislaturperiode 1994 bis1998 tätig war, haben alle vorgeladenen SED-Genossen, an der Spitze Gregor Gysi, die Aussage verweigert mit der identischen Erklärung, sie würden sich der Strafverfolgung aussetzen, wenn sie ihr Wissen preisgeben würden.

Die Aufarbeitung der DDR-Pleite …

Sie bezahlten dann ein paar hundert DM Strafe und wurden nie wieder behelligt, obwohl es sich um eine Summe von geschätzten 24 Milliarden DM handelte, denen der Bundestags vergeblich hinterher recherchierte. Heute würden sich die Genossen nicht mal mehr strafbar machen: Verjährung! Sie könnten in einem zweiten Untersuchungsausschuss ihr Wissen offenbaren, ohne strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. Dabei könnte auch Genosse Bartsch angehört werden, den der erste Untersuchungsausschuss unbegreiflicherweise nicht mal vorgeladen hatte, obwohl er Bundesschatzmeister der SED-PDS war.

Last not least: Es gab für Kevin Kühnert Gegenstimmen aus der SPD. Es war aber gerade die SPD, die seinen sozialistischen Phantasien den Weg geebnet hat. Nur vier Jahre, nachdem die SED entmachtet wurde, hat die SPD in Sachsen-Anhalt die SED-PDS wieder an der Macht beteiligt … als Mehrheitsbeschaffer für die rot-grüne Minderheitsregierung. Und nachdem im Bundestag 1994 eine SED-PDS-Politikerin als Bundestagsvizepräsidentin gewählt wurde, war die Partei endgültig anschlussfähig. Es dauerte nicht lange, und sie konnte in den Ländern wieder mitregieren. Da ist es kein Wunder, dass die Aufarbeitung der DDR-Pleite nie richtig durchgeführt wurde.

Kevin Kühnert hat sich nur zur Speerspitze der ewiggestrigen Sozialismus-Apologeten gemacht. Wie sich das in zum Teil enthusiastischer Zustimmung, nicht nur im Sturmgeschütz des demokratischen Sozialismus „Spiegel“, zeigt, ist Kevin nicht allein zu Haus. Das Gespenst des Kommunismus ist bei ihm …“

*Vera Lengsfeld (67) geboren in Thüringen, war Bürgerrechtlerin, Abgeordnete in der 1.frei gewählten Volkskammer, dann 15 Jahre Bundestag – bis 1996 Grüne, ab 1996 CDU. 2008 wurde sie für ihre Verdienste um Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Dieser Beitrag erschien zuerst auf vera-lengsfeld.de und ACHGUT

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